LAS Art Foundation

Alexandra Daisy Ginsberg
Pollinator Pathmaker

20. Juni 2023 — 01. November 2026

Museum für Naturkunde Berlin

Mit lebendigen Kunstwerken für Bestäuberinsekten bricht Ginsberg menschenzentrierte Sichtweisen auf.

Pollinator Pathmaker: Sommerprogramm

Im Laufe des Sommers 2024 präsentiert LAS Art Foundation eine Veranstaltungsreihe in vier Kapiteln

LAS zeigt als erster internationaler Auftraggeber Alexandra Daisy Ginsbergs Kunstwerk Pollinator Pathmaker. Das Projekt umfasst eine Reihe von Skulpturen aus Pflanzen sowie eine partizipatorische Initiative. Jede gepflanzte Skulptur wird von einem eigens programmierten Algorithmus entworfen, damit sie über die Jahreszeiten hinweg einer größtmögliche Vielfalt an Bestäuberinsekten Nahrung bietet. Die Pollinator-Pathmaker-LAS-Edition setzt sich aus über 7.000 Pflanzen von 80 unterschiedlichen Arten zusammen, die auf dem Vorplatz des Museums für Naturkunde Berlin auf einer Fläche von 722 Quadratmetern gepflanzt wurden. Die Künstlerin reagiert mit diesem Kunstwerk auf den dramatischen Rückgang von Bestäuberinsekten, die entscheidend für die Fortpflanzung vieler Pflanzen sind und für die Gesundheit ganzer Ökosysteme sorgen.

Diese Skulptur ist die erste Pollinator-Pathmaker-Edition in Kontinentaleuropa. Sie ist Teil eines wachsenden Netzwerks kleiner und großer Gärten. Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen des Museums für Naturkunde Berlin und anderen ortsansässigen Expert:innen hat Ginsberg eine Auswahl bestäuberfreundlicher Pflanzen getroffen, die auf diesen Standort zugeschnitten ist. In dieser von der Künstlerin als Pflanzenpalette bezeichneten Liste wurden die Bedürfnisse unterschiedlicher Bestäuberinsekten berücksichtigt. Die Pflanzen wurden von Ginsbergs algorithmischem Planungstool in einem Bepflanzungsplan angeordnet, der im Mai 2023 von vielen Helfer:innen vom Bildschirm in den Boden übertragen wurde.

Pollinator Pathmaker will neu verhandeln, was ein Kunstwerk und sein Publikum sein können. Mit ihrer Kunst für Bestäuber ruft Ginsberg angesichts der Klima- und Biodiversitätskrise dazu auf, anthropozentrische Sichtweisen aufzubrechen und in unserem Handeln die Bedürfnisse anderer Spezies mitzudenken.

„Ich wollte Kunst für Bestäuber machen, nicht über sie. Pollinator Pathmaker ist eine künstlerische Kampagne für gepflanzte Kunstwerke, die von anderen Spezies genossen werden können. Kann das Publikum eines Kunstwerkes mehr als nur menschlich sein? Kann Kunst der aktuellen ökologischen Krise wirkungsvoll begegnen?“

– Alexandra Daisy Ginsberg

Ein Kunstwerk für Bestäuber

Bestäuberinsekten ernähren sich von Nektar und Pollen, die sie auf ihrer Nahrungssuche von Blüte zu Blüte tragen. Viele denken bei Bestäubern an Bienen, doch es gibt viele verschiedene Arten – in Berlin unterstützen zum Beispiel Schmetterlinge, Motten, Schwebfliegen, Käfer, Wespen und sogar Fliegen die Stadtnatur bei der Fortpflanzung. Sie sind das eigentliche Publikum des Kunstwerkes. Viele bestäubende Insekten sind vom Artensterben bedroht. Dafür sind wir Menschen verantwortlich: Durch die Einschränkung ihrer Lebensräume, den Einsatz von Pestiziden und den Klimawandel ist die Anzahl von Insekten weltweit dramatisch zurückgegangen. Darauf reagiert Pollinator Pathmaker und zeigt, dass wir durch die artgerechte Gestaltung unserer Gärten etwas bewegen können. Die Pollinator-Pathmaker-Editionen werden so berechnet, dass sie während der gesamten Futtersaison aller Arten blühen. Im Winter dienen Gräser und Fruchtstände den Bestäubern als Nistplatz.

Mit Empathie gestalten

Pollinator Pathmaker fragt: Wie würden Gärten aussehen, wenn Bestäuber sie nach ihrem Geschmack anlegen könnten? Als Versuch, menschliche Präferenzen im Designprozess zu reduzieren, hat Ginsberg zusammen mit Expert:innen einen Algorithmus für die Pflanzung entwickelt. Er basiert auf umfassender Forschung zum Verhalten verschiedener Bestäuberinsekten. Bienen prägen sich beispielsweise ihre Umgebung ein und merken sich den genauen Standort jener Pflanzen, die besonders nahrungsreich sind. Im Laufe ihrer Futtersaison optimieren sie die Flugwege zwischen den Pflanzen so, dass sie auf einer möglichst kurzen Strecke die meiste Nahrung sammeln. Dabei entsteht ein Muster, das der Algorithmus in die Gartenplanung einbezieht.

Eine lebendige Skulptur

Für die Künstlerin Alexandra Daisy Ginsberg ist dieser Garten eine „lebendige Skulptur“, die ihre Gestalt im Laufe der Jahreszeiten verändert. Als eigenes Ökosystem ist das Kunstwerk angewiesen auf die funktionierenden Beziehungen von verschiedenen Spezies untereinander und deren Verbindung zu ihrer Umwelt.

Die künstlerischen Wurzeln von Pollinator Pathmaker gehen auf die Kunstströmungen der Land-Art und der Sozialen Plastik der 1960er und 1970er Jahre zurück. Auf diese Traditionen aufbauend will das Projekt dazu anregen, zum Schutz von bestäubenden Insekten Kunstwerke zu pflanzen. Es zeigt, dass Kunst einen transformativen Beitrag leisten und dabei nicht nur für Menschen gemacht sein kann.

Pflanzt eine eigene Edition von Pollinator Pathmaker

Ihr könnt selbst eine DIY-Edition des Kunstwerkes pflanzen. Unter pollinator.art findet ihr das Planungstool und Anleitungen dazu, wie ihr das Kunstwerk im heimischen Garten umsetzen könnt.

Partner:in

Ursprünglich beauftragt durch das Eden Project, gefördert von der Garfield Weston Foundation. Zusätzlich unterstützt von der Gaia Art Foundation und durch eine Kooperation mit Google Arts & Culture.

Künstler:in

Alexandra Daisy Ginsberg

Alexandra Daisy Ginsberg ist eine multidisziplinär arbeitende Künstlerin, die in ihrer Praxis die belastete Beziehung des Menschen zur Natur und zur Technologie untersucht. In Kunstwerken, Texten und kuratorischen Projekten widmet sie sich unterschiedlichen Themen wie künstlicher Intelligenz, synthetischer Biologie, Naturschutz, Biodiversität und Empathie. Dabei erforscht Ginsberg den menschlichen Impuls, stets die Welt „verbessern“ zu wollen.

Sie schloss 2017 ihre praxisbasierte Promotion Better am Royal College of Art (RCA) in London ab, in der sie untersuchte, wie sich Visionen einer „besseren“ Zukunft im Design manifestieren. Sie studierte Architektur an der University of Cambridge, war Gastwissenschaftlerin an der Harvard University und erhielt ihren Master of Arts in Design Interactions vom RCA.

Ginsberg stellt international aus, unter anderem im Museum of Modern Art in New York; dem Museum of Contemporary Art, Tokyo; dem Centre Pompidou, Paris; und der Royal Academy, London. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen privaten und musealen Sammlungen vertreten, dazu zählen das Art Institute of Chicago, das Cooper Hewitt Smithsonian Design Museum, die Therme Art und das ZKM Karlsruhe.

Ginsberg ist Artist-in-Residence in den Somerset House Studios, London. Im April 2023 eröffnet die Künstlerin ihre erste Einzelausstellung in den USA im Toledo Museum of Art.

Presse

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Credits

Alexandra Daisy Ginsberg: Pollinator-Pathmaker-LAS-Edition wurde durch die LAS Art Foundation beauftragt und in Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde Berlin realisiert.

Ursprünglich beauftragt durch das Eden Project, gefördert von der Garfield Weston Foundation. Zusätzlich unterstützt von der Gaia Art Foundation und durch eine Kooperation mit Google Arts & Culture.

Alexandra Daisy Ginsberg Studio

Design und Forschung
Iman Datoo
Produktion
Ruby Dixon
Produktionsleitung
Hannah Andrews
Studiomanagement
Freire Barnes
Besonderer Dank gilt
Cecilie Gravesen (Produktion, 2020–2022) und Emily Sofaly (Studiomanagement, 2021–2022)



LAS

Direktorin
Bettina Kames
Kuratorinnen
Sophie Korschildgen und Carly Whitefield
Projektmanagement
Alexis Convento
Produktion
Harriet Collins
Leitung Marketing und Kommunikation
Felix Thon
Kommunikationsmanagement
Evelyn Nossol
Social-Media-Management
Veronica Jonsson
Dokumentation
Alice Lamperti
Besonderer Dank gilt
Amira Gad (Programmleitung, 2020–2022), Ruth Kißling (Kuratorin, 2018–2022) und Liz Stumpf (Assistenzkuratorin, 2018-2023



Museum für Naturkunde berlin

Generaldirektor
Professor Johannes Vogel, Ph.D.
Projektleitung
Dr. Kim Mortega
Projektleitung (Elternzeitvertretung)
Yori Schultka
Projektkoordination
Sylvia Hinz
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Frederic Griesbaum
Studentische Mitarbeiterin
Louisa Ramke



Expert:innenteam

Deutsche Wildtier Stiftung
Christian Schmid-Egger
Museum für Naturkunde Berlin
Dr. Kim Mortega
Museum für Naturkunde Berlin
Sarah Darwin
Museum für Naturkunde Berlin
Julia Rostin
Museum für Naturkunde Berlin
Frederic Griesbaum



Gartenbauliche Beratung

Eden Project
Colin Skelly
Königliche Gartenakademie
Ellen Richter
Königliche Gartenakademie
Sebastian Keller-Lewis
Königliche Gartenakademie
Astrid Torrens


Partner

Medienkooperationen

Besonderer Dank an